
Nach einem Jahr Pause startet das Kommunale Kino Trossingen wieder durch. Ab Herbst zeigt das KoKi seine Filme im Kesselhaus – und hat für die Saison 2026/27 nicht nur ein abwechslungsreiches Programm, sondern auch mehrere besondere Projekte vorbereitet.
Hinter den Kulissen laufen die Vorbereitungen bereits seit Monaten. Das Team um die Vorsitzende Anke Weier hat Filme gesichtet, Veranstaltungen geplant und ein Programm zusammengestellt, das unter dem Motto „Als wäre es leicht“ steht.
Mit dem Umzug ins Kesselhaus schlägt das Kommunale Kino ein neues Kapitel auf. Viele Jahre war das KoKi im Gasthaus Linde beheimatet. Von dort verabschiedete sich der Verein jedoch aus Respekt vor dem Gebetsraum, der inzwischen in den Räumlichkeiten untergebracht ist. „Es ist ein Raum für Andacht und Ruhe. Außerdem wäre die Organisation und Abstimmung deutlich schwieriger geworden als bisher“, erklärt Weier.
Auf die neue Spielstätte freut sich das gesamte Team. „Kino lebt von Atmosphäre – und die ist dort einfach schön“, sagt die Vorsitzende. Auch organisatorisch biete das Kesselhaus Vorteile. Das Schulkino, bei dem regelmäßig Klassen aus Trossingen Vorstellungen besuchen, werde sehr gut angenommen. Dafür brauche das KoKi flexible Nutzungsmöglichkeiten. Andere denkbare Spielorte wie die Musikschule seien zwar ebenfalls reizvoll gewesen, hätten sich aber weniger gut geeignet. Ein weiterer wichtiger Aspekt sei die Barrierefreiheit gewesen. „Die Menschen sollen sich bei uns wohlfühlen“, betont Weier.
Das Saisonmotto „Als wäre es leicht“ soll sich wie ein roter Faden durch das Programm ziehen. „Das Kino hat auch einen Bildungsauftrag und einen gesellschaftlichen Mehrwert. Es soll nicht nur Unterhaltung sein“, sagt Weier. Gezeigt würden Filme, die zum Nachdenken anregen, gleichzeitig aber Mut machen und Hoffnung vermitteln. Idealerweise entstünden nach den Vorführungen Gespräche, bevor die Besucher „mit einem guten Gefühl nach Hause gehen“. Das Motto habe man bewusst offen gewählt. „Wir wollten es breit aufstellen, damit möglichst viele Filme dazu passen.“
Einer davon ist das iranische Drama „Ein Kuchen für den Präsidenten“. Darin erhält eine Schülerin die scheinbar einfache Aufgabe, einen Kuchen für den Präsidenten zu backen – ein Auftrag, der sich als weit schwieriger erweist als zunächst gedacht.
Ein weiterer Höhepunkt ist die Dokumentation „Girls don’t cry“, die in Zusammenarbeit mit dem Stadtjugendreferat gezeigt wird und bereits zahlreiche internationale Auszeichnungen erhalten hat. Für die Veranstaltung konnten Schauspieler Walter Sittler und Regisseurin Sigrid Klausmann als Gäste gewonnen werden. „Das ist ein Film, der begleitet werden muss“, sagt Weier. Deshalb soll er auch im Rahmen der Schulkinowoche gezeigt werden.
Neu im Programm ist außerdem das Format „Kino & Genuss – sonntags“. Bisher hatte das Kommunale Kino traditionell an Neujahr zu Kaffee und Kuchen eingeladen – ein Angebot, das stets gut angenommen wurde. Gemeinsam mit dem Ortsseniorenrat wird dieses Konzept nun auf zwei Sonntage während der Saison ausgeweitet.
Ein besonderes Projekt bilden die „Ocean Days – Der Ozean beginnt in Trossingen“, die vom 21. bis 23. Oktober stattfinden. Im Mittelpunkt stehen Themen wie Mikroplastik, Meeresschutz und Klimawandel. Als Gäste werden unter anderem Frank Schweikert, Gründer und Vorstand der Deutschen Meeresstiftung, sowie der Friedens- und Umweltaktivist Carl-A. Fechner erwartet. Das Konzept stammt von Anke Weier, die die Veranstaltung gemeinsam mit den Schulen vorbereitet hat. Schülerinnen und Schüler gestalten Informationsstände, außerdem beteiligt sich das Schülerforschungszentrum Tuttlingen. Derzeit setzt sich Weier dafür ein, dass alle Schülerinnen und Schüler die Veranstaltungen kostenfrei besuchen können.
Das Programm der Herbst-/Winter-Saison 2026/27
Den Auftakt macht am 16. September die Dokumentation „Die treibende Kraft“. Es folgen am 30. September die Komödie „Ein fast perfekter Antrag“, am 14. Oktober das Drama „Wohin der Wind uns trägt“ und am 28. Oktober die Tragikomödie „Der Pinguin meines Lebens“. Am 4. November steht „Amrum“ auf dem Programm, am 18. November „Calle Málaga – Ein Zuhause in Tanger“.
Im Dezember werden „Parfum des Lebens“ (2. Dezember), „Girls don’t cry“ mit Regisseurin Sigrid Klausmann und Schauspieler Walter Sittler (3. Dezember) sowie der Musikfilm „La Scala“ (9. Dezember) gezeigt.
Das neue Jahr beginnt am 6. Januar mit der Tragikomödie „Nur für einen Tag“, gefolgt von „Ein Kuchen für den Präsidenten“ (13. Januar), „Es sind die kleinen Dinge“ (27. Januar) und „Cotton Queen“ (10. Februar). Den Abschluss der Saison bildet am 24. Februar das Drama „Sorda – Der Klang der Welt“, begleitet von Frauke Fischer-Lohrer.
Im Rahmen von „Kino & Genuss – sonntags“ werden außerdem am 15. November „Monsieur Pierre geht online“ sowie am 21. Februar „Die Legende des Wüstenkindes“ gezeigt.